Thursday, August 17, 2006

nobelpreisträger und das us defizit

auf die frage

" macht ihnen das große defizit der usa im aussenhandel sorgen?

im heutigen handelsblatt anworten 7 nobelpreisträger folgendes.

man muß dazu evtl. noch sagen das dieses alles nobelpreisträger sind die den titel im bereich wirtschaft bzw. wirtschaftsnaher bereiche gewonnen haben.

man könnte ansonsten leicht das gefühl haben das die andere kategorien wie z.b kunst oder literatur geowonnen haben... :-)

hier der us$ index der die entwicklung gegenüber den wichtigsten währungen wiederspiegelt.


gary becker:
mit flexiblen wechselkurse sollte man das problem lösen können. ausserdem würde es helfen, wenn die us regierung ihre ausgaben senken würde, um das staatsdefizit abzubauen.

bisher hat ein verfall des $ nichts ausgewirkt. demnach müßte der $ weiter crashen um nen effekt zu haben. das die us regierung die ausgaben senken wird ist wohl pures wunschdenken. wenn erst die problematik mit social security in den nächsten jahren negativ durchschlagen wird hilt eh kein noch so ambitioniertes sparprogramm

clive granger:
ich würde es begrüßen, wenn das haushaltsdefizit ducrh eine senkung der verteidigungsausgaben reduziert würde.

warum bin ich kein nobelpreisträger... :-)

robert mundell:
mein modell weist aus, dass das defizit noch für lange zeit aufrechterhalten werden kann. deshalb macht es mir keine sorgen. es wird ein dauerhaftes element des internationalen finanzsystems sein, bis der $ durch eine weltwährung abgelöst wird.

schade das keiner dies basis dieses modells kennt. muß ne echte wunderkiste sein. ne weltwährung. zeitraum? ist schon klar das das ausland bis zum umfallen genug wertlose us staatsanleihen kaufen wird. ich verweise auf nachfolgendes immobilienblasen: wie rational ist china? / importierte inflation posting indem china als hauptabnehmer der us staatanleihen sich massive probleme einhandelt. ist in dem modell von robert mundell aber bestimmt berücksichtigt.



john nash:
wie 1971 könnte washington sich entscheiden, allen $kreditgebern einen nominalbetrag in papier$ zu geben, die beträchtlich entwertet werden könnten. daher hat washington in gewissem sinne keine reale verschuldung

tippe diese wahrscheinlichkeit liegt bei deutlich über 75%. endlich spricht mal einer aus das die geldentwertung des $ die einzig reale option für die usa sind. tolle aussichten für halter von us bonds! gleiches ist bereits früher geschehen (siehe hierhttp://www.dailyreckoning.co.uk/printerfriendly/view.asp?idarticle=1463)

edward presscott
nicht im geringsten. ein teil des defizits ist pure fiktion. amerikanische unternhéhmen machen riesige immaterielle investitionen im aussland, die statistisch nicht erfaßt werrden. das läßt das leistungsbilanzdefizit höher erscheinen, als es ist. ein anderer teil des defizits zeigt lediglich, das die kaiptalmärkte so funktionieren, wie sie sollen.

fiktion? immer wenn bestimmte sachen nicht mehr opportun sind wird einfach ne komplett neue betrachtungsweise aufgestellt die mit jahrzehntelangen berechnungsgrundlagen bricht. (verweise hier mal auf die creative inflationsberechnungimmobilienblasen: zeit f�r ne neue inflationsberechnung?) die kapitalmärkte funktionieren momentan nur weil notenbanken vollkommen irrational handeln. mit markt hat das wenig zu tun.


myron scholes:
das us leistungsbilanzdefizit wird allmählich verschwinden. dafür werden steigende preise für ausländischen güter sorgen und eine steigende konsumnachfrage im ausland relativ zu der in den usa.

schöne theorie. die nachfrage des us konsums wird einbrechen. allerdings wegen ner saftigen rezession.

reinhard selten:
das leistungsbilanzdefizit der usa ist weniger beunruhigend als es scheint, da es große gewinnrückflüsse in die usa gibt. aber auf dauer kann die sparquote wohl nicht so niedrig bleien und die nettoinvestitionen in so starkem ausmaße vom ausland finanziert werden. sollte das vertrauen in die us-wirtschaft nachlassen, könnte das zu schwierigkeiten führen.

komisch nur das der us kongreß im letzten jahr ne gesetzgebung erlassen mußte das den usa firmen erlaubte steuerbegünstigt ausländische gewinnanteile in die usa zurückzuführen. ohne diesen impuls der 2006 ausgelaufen ist wollte offenbar kaum ein unternehmen die kohle in die usa transferieren. das mit dem vertrauen in die us wirtschaft ist in der tat der springende punkt. wie man nach allem noch vertrauen in die daten, die regierung und vor allem der fed haben kann scheint mir schleirhaft. der $ indes spricht auch ne klare sprache.

ich persönlich hätte mir mal gerne aussagen von volkswirten aus anderen nationen (china, russland, japan) angehört die zur zeit den großteil des defizites finanzieren.

meiner meinung nach die o.g. erklärungen mit ausnahme von john nash alle vollkommen weltfremd. fühle mich nach solchen aussagen mit meinem $short und long gold wohler denn je.

gruß

jan-martin

disclosure: $short/ long gold



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