Monday, August 21, 2006

presseschau

willkommen im club. auch die welt am sonntag springt auf den fahrenden zug.
http://www.wams.de/data/2006/08/20/1003002.html

Trendwende am Markt für US-Häuser
Aus der Immobilienblase in Amerika entweicht die Luft
von Anette Dowideit in New York

Ein gutes halbes Jahr ist es her, da herrschte unter amerikanischen Hausbesitzern noch Goldgräberstimmung.(ebenso wie bei den homebuildern immobilienblasen: aus dem innenleben einen homebuilders )Tausende Familien überall im Land verkauften ihre Eigenheime, um von steigenden Preisen zu profitieren. Kleinanleger organisierten sich in Spekulanten-Clubs und prahlten in Internetforen mit ihren Erfolgsgeschichten: "Ich habe eine Wohnung für 100 000 Dollar gekauft und nur drei Wochen später für 150 000 Dollar weiterverkauft", schrieb ein Rich Lohman aus Michigan auf der Seite www.reiclubs.com. Die Buchläden standen voll mit Titeln wie "Warum Immobilien noch zehn Jahre im Preis steigen werden"(mehr zum autor dieses buches hier
immobilienblasen: bagdad bob lebt.....). (erinnert mich stark an dot.com zeiten, oder?)

Nun sind die Bücher aus den Regalen verschwunden. Es scheint, als sei eingetreten, wovor Ökonomen schon länger warnen: Aus dem US-Immobilienmarkt entweicht die Luft, die Preise fallen. Betroffen sind vor allem Eigenheime, deren Quadratmeterpreis in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt um 50 Prozent geklettert war. Nun sind Häuser wieder günstiger zu haben. Auch die Zahl der Baubeginne sinkt. Weniger Investoren rechnen also mit Preisanstiegen.

Und auch der Handel mit bereits fertigen Häusern verlangsamt sich spürbar. Laut einer Mitte der Woche veröffentlichten Statistik des US-Bundesverbandes der Immobilienhändler sind im zweiten Quartal 2006 nur 6,7 Mio. Eigenheime verkauft worden. Das waren sieben Prozent weniger als im Vorjahresquartal und somit ein historisches Tief. "Das ist verrückt", kommentiert Immobilienmaklerin Phyllis Haber, die an den Stränden der New Yorker Halbinsel Long Island Häuser verkauft, "es ist, als hätte jemand einen Zauberstab geschwungen und plötzlich den gesamten Markt zum Erliegen gebracht."

Die Region um New York steht noch vergleichsweise gut da. Hier ging die Zahl der Hausverkäufe nur um 4,8 Prozent zurück, in Kalifornien waren es 27 Prozent. Die Investmentbank Goldman Sachs warnte vor einem "sich abkühlenden Immobilienmarkt, der das US-Wachstum gefährdet". Kei Matuda, Chefvolkswirt der Union Bank of California, sagte, die US-Immobilienbranche sei ihrem eigenen Erfolg zum Opfer gefallen: "Zuletzt gab es phänomenal hohe Preise."

Grund für das Auf und Ab sind die hohen Kreditanteile, mit denen Amerikaner Häuser kaufen. 90 Prozent Fremdkapital sind normal. In den vergangenen 18 Monaten sind jedoch mit dem gestiegenen Zinsniveau auch die Zinsen für Kredite mit 30-jähriger Laufzeit von fünf auf 6,5 Prozent gestiegen, sodass sich viele Interessenten die Häuser nicht mehr leisten können. (mal davon abgesehen das kaum einer traditionell finanziert)

Die deutschen Anleger bekommen vom kalten Luftzug aus den USA allerdings wenig zu spüren. Denn die gängigste Anlageform für Privatanleger, offene Immobilienfonds, enthalten in der Regel keine Investitionen in US-Eigenheime. "Die deutschen Fonds sind meist in Gewerbeimmobilien investiert", sagt Thomas Beyerle von der Deutschen Gesellschaft für Immobilienfonds (Degi). Ohnehin seien die Fonds stärker diversifiziert als noch vor zehn Jahren - somit fielen Marktschwankungen in den USA nicht sehr stark ins Gewicht.

In Zukunft könnten sich solche Schwankungen allerdings stärker auf deutsche Anleger auswirken. Und zwar dann, wenn nächstes Jahr Real Estate Investment Trusts (Reits) nach US-Vorbild eingeführt werden. "Im Gegensatz zu Fonds orientieren sich die Preise der Reits nicht nur am Wert der enthaltenen Immobilien, sondern spiegeln wie Aktien auch die Erwartungen über die Entwicklung der kommenden Monate wider", sagt Beyerle.
Artikel erschienen am 20. August 2006

gruß
jan-martin

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